Untergruppen, Untergruppenkriterien: Unterschied zwischen den Versionen

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==Beispiel 1==
==Beispiel 1==
Wir gehen von der additiven Gruppe der Restklassen modulo 6 aus <math>[\mathbb{Z}_6, \oplus]</math>.<br />
Wir gehen von der additiven Gruppe der Restklassen modulo 6 aus <math>[\mathbb{Z}_6, \oplus]</math>.<br />
Die Gruppe besteht aus den folgenden Restklassen: <math>\mathbb{Z}_6=\{ \overline{0}, \overline{1}, \overline{2}, \overline{3}, \overline{4}, \overline{5},</math><br />
Die Gruppe besteht aus den folgenden Restklassen: <math>\mathbb{Z}_6=\{ \overline{0}, \overline{1}, \overline{2}, \overline{3}, \overline{4}, \overline{5} \}</math><br />
Die Gruppentafel sieht wie folgt aus:
Die Gruppentafel sieht wie folgt aus:
{| class="wikitable"
{| border="1" cellspacing="0" cellpadding="20"
|-
|-
| <math>\oplus</math> || <math>\overline{0}</math> || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel
| <math>\oplus</math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{1} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{3} </math> || <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{5} </math>
|-
|-
| Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel
| <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{1} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{3} </math> || <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{5} </math>
|-
|-
| Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel
| <math> \overline{1} </math> || <math> \overline{1} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{3} </math> || <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{5} </math> || <math> \overline{0} </math>
|-
|-
| Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel
| <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{3} </math> || <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{5} </math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{1} </math>
|-
|-
| Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel
| <math> \overline{3} </math> || <math> \overline{3} </math> || <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{5} </math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{1} </math> || <math> \overline{2} </math>
|-
|-
| Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel
| <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{5} </math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{1} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{3} </math>
|-
|-
| Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel || Beispiel
| <math> \overline{5} </math> || <math> \overline{5} </math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{1} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{3} </math> || <math> \overline{4} </math>
|}
|}
Wir wählen aus <math>\mathbb{Z}_6</math> die folgenden Elemente aus:


Wir wählen aus <math>\mathbb{Z}_6</math> die folgende Teilmenge <math>2\mathbb{Z}_6</math>aus: <br /><br />
<math>2\mathbb{Z}_6:=\{\overline{0}, \overline{2}, \overline{4}\}</math><br />
<br />
<math>[2\mathbb{Z}_6, \oplus]</math> ist eine Gruppe und damit eine Untergruppe von <math>[\mathbb{Z}_6, \oplus]</math>
{|  border="1" cellspacing="0" cellpadding="20"
|-
| <math> \oplus </math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{4} </math>
|-
| <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{4} </math>
|-
| <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{2} </math> || <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{0} </math>
|-
| <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{4} </math> || <math> \overline{0} </math> || <math> \overline{2} </math>
|}
==Beispiel 2==
===Die Gruppe der Bewegungen===
====Die Gruppenmitglieder====
Unter einer Bewegung <math>\beta</math> versteht man eine abstandserhaltende Abbildung der Ebene auf sich:<br />
Es sei <math>\varepsilon</math> unsere Ebene.<br />
=====<math>\beta</math> ist Relation=====
:<math>\forall P \in \varepsilon \exist P' \in  \varepsilon: P'=\beta(P)</math><br />
=====<math>\beta</math> ist eindeutig und damit Abbildung=====
:<math>\forall P  \in  \varepsilon: P'=\beta(P) \land  P^*=\beta(P) \Rightarrow P'=P^*</math><br />
=====<math>\beta</math> ist abstandserhaltend =====
:<math>\forall P, Q \in  \varepsilon: \vert PQ \vert = \vert \beta(P) \beta(Q)\vert </math><br />
Die Menge aller Bewegungen wollen wir mit <math>\Beta</math> bezeichnen.
====Die Verknüpfung====
wir wählen als Verknüpfung auf <math>\Beta</math> die NAF von Abbildungen und kennzeichnen diese mit <math>\circ</math>.
===<math>[\Beta, \circ]</math> ist Gruppe===
====Abgeschlossenheit====
Es seien <math>\alpha</math> und <math>\beta</math> zwei Bewegungen.<br />
Wir haben zu zeigen, dass <math>\alpha \circ \beta</math> eine Bewegung ist.<br />
Da die NAF zweier Abbildungen der Ebene auf sich ist tivialerweise wieder eine Abbildung der Ebene auf sich. Wir müssen nur zeigen dass <math>\alpha \circ  \beta</math> abstandserhaltend ist:<br />
<math>
\begin{matrix}
(1) & \vert PQ \vert = \vert \alpha(P) \alpha(Q) \vert & \alpha \text{ ist Bewegung und damit abstandserhaltend} \\
(2) & \vert \alpha(P) \alpha(Q) \vert = \vert \beta(\alpha(P)) \beta(\alpha(Q))  \vert & \beta \text{ ist Bewegung und damit abstandserhaltend} \\
(3) & \vert PQ \vert= \vert \beta(\alpha(P)) \beta(\alpha(Q))  \vert & (1), (2)
\end{matrix}
</math>
====Assoziativität====
Die NAF von Abbildungen ist immer assoziativ.
====Einselement====
Wir betrachten die Abbildung <math>\operatorname{id}</math>, die jeden Punkt die Abbildung der ebene auf sich selbst abbildet:<br />
<math>\forall P \in  \varepsilon: \operatorname{id}(P)=P</math><math></math><br />
Damit ist <math>\operatorname{id}</math> eine Abbildung der Ebene auf sich. Wegen <math>\operatorname{id}(A)=A \land \operatorname{id}(B)= B, \forall A,B
\in \varepsilon</math> gilt natürlich auch <math>\vert AB\vert = \vert \operatorname{id}(A) \operatorname{id}(B)\vert</math>.<br />
<math>\operatorname{id}</math> erfüllt die Eigenschaften eines Einselementes:<br />
<math>\forall P \in \varepsilon : \beta \circ \operatorname{id}(P)= \operatorname{id}(\beta(P))=\beta(P)</math> und somit <math>\operatorname{id} \circ \beta = \beta</math>.
====inverse Elemente====
Es genügt zu zeigen, dass jede Bewegung <math>\beta</math> eineindeutig ist, d.h. dass jeder Punkt <math>\R \in \varepsilon</math> bei <math>\beta</math> ein und nur ein Urbild <math>Q \in  \varepsilon </math> hat.<br />
=====Injektivität von <math>\beta</math>=====
Sei <math>P'</math> das Bild von <math>P</math> bei der Bewegung <math>\beta</math>. Wir haben zu zeigen, dass es keinen Punkt <math>Q \in  \varepsilon, Q \not \equiv P</math> gibt, der durch <math>\beta</math> auch auf <math>P'</math> abgebildet wird. Wir nahemen, an, dass es einen solchen Punkt <math>Q</math> gibt. Dann gilt:<br />
<math>0=\vert P'P' \vert = \vert PQ \vert </math> und damit <math>P \equiv Q</math>, was ein Widerspruch zur Annahme <math>P \not \equiv Q</math> ist.
=====Surjektivität von <math>\beta</math>=====
Wir haben zu zeigen, dass jeder Punkt <math>Q \in  \varepsilon </math> bei der Bewegung <math>\beta</math> ein Urbild hat. <br />
Annahme: <math>Q</math> hat kein Urbild bei <math>\beta</math>. Da jeder Punkt der Ebene <math>\varepsilon</math> durch <math>\beta</math> auf genau einen Punkt der Ebene <math>\varepsilon </math> abgebildet wird und der Punkt <math>Q</math> kein Urbild hat, müssen wenigstens zwei verschiedene Punkte <math>A</math> und <math>B</math> aus <math>\varepsilon</math> durch <math>\beta </math> auf ein und denselben Punkt <math>C</math> abgebildet werden:<br />
# <math>A \overset{\beta}{\rightarrow} C</math>
# <math>B \overset{\beta}{\rightarrow} C</math>
Wegen <math>\vert CC \vert = 0 = \vert \beta(A) \beta(B) \vert</math> müssen <math>A</math> und <math>B</math> ein und derselbe Punkt, also identisch sein. Das ist ein Widerspruch zu <math>A\not\equiv B</math>. Unsere Annahme <math>Q</math> hat kein Urbild ist also zu verwerfen.
===Die Untergruppe der Drehungen um ein und denselben Punkt===
====Drehungen====
:Eine Bewegung die entweder die Identität ist oder genau einen Fixpunkt <math>Z</math> besitzt, heißt Drehung. Falls die Bewegung genau den Fixpunkt <math>Z</math> hat, sprechen wir von einer Drehung um <math>Z</math>.
====Die Gruppe der Drehungen um ein und denselben Fixpunkt====
Es sei <math>Z</math> ein beliebiger aber fester Punkt der Ebene. Wir betrachten <math>\mathbb{D}_Z</math> die Menge aller Drehungen um <math>Z</math>. Als Verknüpfung auf <math>\mathbb{D}_Z</math> wählen wir die <math>\circ</math>, die NAF von Abbildungen.<math></math>
<math>[\mathbb{D}_Z, \circ ]</math> ist eine Gruppe:
=====Abgeschlossenheit=====
Es seien <math>D_1</math> und <math>D_2</math> zwei Drehungen um <math>Z</math>. Wir haben bererits geszeigt, dass die NAF zweier Bewegungen eine Bewegung ist. Da <math>D_1</math> und <math>D_2</math> zwei Bewegungen sind, ist <math>D_3:= D_1 \circ D_2</math> ebenfalls eine Bewegung. Weil <math>Z</math> ein Fixpunkt sowohl von <math>D_1</math> als auch von <math>D_2</math> ist, muss <math>Z</math> auch ein Fixpunkt von <math>D_3</math> sein. Es können jetzt genau zwei Fälle auftreten:
======Fall 1======
<math>Z</math> ist der einzige Fixpunkt von <math>D_3</math>. In diesem Fall ist <math>D_3</math> eine Drehung mit dem Fixpunkt <math>Z</math>.
======Fall 2======
<math>D_3</math> hat neben <math>Z</math> einen weiteren Fixpunkt <math>F</math>.<br />
Das bedeutet: <br />
<math>
\begin{matrix}
\text{(I)} & Z &\overset{D_3}{\rightarrow} &Z \\
\text{(II)} &F &\overset{D_3}{\rightarrow} &F
\end{matrix}
</math><br />
Wegen der Abstandserhaltung von <math>D_3</math> ist jeder Punkt <math>G</math> der Geraden <math>ZF</math> ist ein Fixpunkt bei <math>D_3</math>. (Der Leser überzeuge sich davon.) Die Gerade <math>ZF</math> ist damit eine Fixpunktgerade bei <math>D_3</math>.<br />
Sei <math>P \not \in ZF</math>. Für das Bild <math>P'</math> mit <math>P \overset{D_3}{\rightarrow} P'</math> <br />
gibt es jetzt genau zwei Möglichkeiten:<br />
<math>
\begin{matrix}
\text{a)} & P' \in ZF,P^+ \\
\text{b)} & P' \in ZF,P^-
\end{matrix}
</math><br />
Im Fall a) ist wegen der Abstandserhaltung von <math>D_3 ~ P' \equiv P</math>, woras folgt, dass jeder Punkt der Ebene bei <math>D_3</math> ein Fixpunkt ist. <math>D_3</math> wäre damit die Identität und somit eine Drehung.<br />
Fall b) kann nicht eintreten. (Der Leser überzeuge sich davon.)
=====Assoziativität=====
Die NAF von Abbildungen (Funktionen) ist generell assoziativ.
=====Einselement=====
Die Identität leistet das Verlangte.
=====Inverse Elemente=====
Wir wissen bereist, dass jede Bewegung genau ein inverses Element besitzt. Es bleibt zu zeigen, dass die inverse Bewegung <math>D_Z^{-1}</math> zu einer Bewegung <math>D_Z</math> mit genau dem Fixpunkt <math>Z</math> eine Bewegung mit genau dem Fixpunkt <math>Z</math> ist. Zunächst ist <math> Z </math> ein Fixpunkt von <math>D_Z^{-1}</math>: <math>D_Z^{-1}</math> bildet jeden Punkt der Ebene auf sein Urbild bei <math> D_Z </math> ab. Weil <math> Z </math> das Bild von <math> Z </math> bei <math> D_Z</math> ist, ist <math> Z </math> also auch ein Fixpunkt bei <math> D_Z^{-1}</math> . Sollte <math> D_Z^{-1} </math> enen weiteren von <math> Z</math> verschiedenen Fixpunkt <math> F </math> haben, wäre jener Punkt <math> F </math> nach analogen Überlegungen auch ein Fixpunkt bei <math> D_Z</math>. <math> D_Z</math> hat jedoch nur den einen Fixpunkt <math> Z</math>.
====Fazit====
Die Drehungen um ein und denselben Punkt <math> Z </math> bilden bzgl. der NAF von Abbildungen eine Gruppe und sind damit eine Untergruppe der Gruppe aller Bewegungen.
===Weitere Beispiele und Gegenbeispiele bzgl. der Gruppe der Bewegungen===
====Spiegelungen====
Eine Geradenspiegelung ist eine Bewegung mit genau einer Fixpunktgeraden.
====gleichsinnige Bewegungen====
Alle Bewegungen, die sich als NAF zweier Geradenspiegelungen schreiben lassen bilden bzgl. der NAF eine Untergruppe aller Bewegungen.
====Gegenbeispiel====
Die Menge aller Spiegelungen bildet bzgl. der NAF keine Untergruppe der Gruppe der Bewegungen.
==Gegenbeispiel 1==
Wir betrachten <math>[\mathbb{Z}_7, \oplus ]</math> und <math>[\mathbb{Z}_7, \otimes ]</math>. Da wir bei multiplikativen Restgruppen das neutrale Element bezüglich der Restklassenaddition nicht berücksichtigen ist die Menge der multiplikativen Restklassengruppe modulo <math>7</math> eine echte Teilmenge der additiven Restklassengruppe modulo <math>7</math>. In beiden Fällen handelt es sich um Gruppen, <math>[\mathbb{Z}_7, \otimes ]</math> ist jedoch keine Untergruppe von <math>[\mathbb{Z}_7, \oplus ]</math>.
==Gegenbeispiel 2==
<math>[\mathbb{Z}_4, \oplus ]</math> ist bekannterweise eine Gruppe. <math>[T, \oplus]</math> mit <math>T:=\{\overline{1}, \overline{2}, \overline{0}\}</math> ist keine Untergruppe von <math>[\mathbb{Z}_4, \oplus ]</math>, weil <math>[T, \oplus]</math> keine Gruppe ist.
=Definition des Begriffs Untergruppe=
==Definition: (Untergruppe)==
::Es sei <math>[G, \circ]</math> eine Gruppe und <math>U</math> eine Teilmenge von <math>G</math>. <math>[U, \circ ]</math> ist Untergruppe von <math>[G, \circ]</math>, wenn <math>[U, \circ]</math> selbst Gruppe ist.
==Satz: (triviale Untergruppen)==
::Jede Gruppe hat wenigstens zwei Untergruppen: Sich selbst und die Untergruppe die nur aus dem Einselement der Gruppe besteht.
=Untergruppenkriterium 1=
==Satz: (Untergruppenkriterium 1)==
::Es sei <math>[G, \circ]</math> eine Gruppe und <math>U \subseteq G</math>. <math>[U, \circ]</math> ist genau dann Untergruppe von <math>[G, \circ]</math>, wenn:
:::<math>
\begin{matrix}
\text{(I)} & \forall a,b \in &U & : & a \circ b &\in U \\
\text{(II)} & \forall a \in &U & : & a^{-1} &\in U
\end{matrix}
</math>
=Untergruppenkriterium 2=
==Satz (Untergruppenkriterium 2)==
::Es sei <math>[G, \circ]</math> eine Gruppe und <math>U \subseteq G. ~</math>  <math>~[U, \circ]</math> ist genau dann Untergruppe von <math>[G, \circ]</math>, wenn:
:::<math>
\forall a,b \in U  : a \circ b^{-1}\in U </math>
==Beweis von UGK 2==
Wenn UGK1 bewiesen wurde (was keine Schwierigkeit darstellt) reicht es zu zeigen, dass <math>\text{UGK1} \Leftrightarrow \text{UGK2}</math> gilt.<br />
===<math>\rightarrow</math>===
trivial
===<math>\leftarrow</math>===
Es sei <math>[G, \circ]</math> eine Gruppe mit Einselement <math>e</math>. <math>U \subseteq G</math>.
====Voraussetzung====
<math>\text{(*)}~\forall a, b \in U: a\circ b^{-1}\in U</math>.
====Behauptungen====
<math>
\begin{matrix}
\text{(I)} & \forall a, b \in U: & a \circ b \in U \\
\text{(II)} & \forall b \in U: & b^{-1} \in U
\end{matrix}
</math>
====Beweis====
=====Zeigen, dass <math>e \in U</math>=====
<math>\text{(*)}</math> sagt aus, dass mit <math>a</math> und <math>b</math> aus der Teilmenge <math>U</math> auch das Produkt <math>a \circ b^{-1}</math> ein Element von <math>U</math> ist.<br />
Setzen <math>b=a</math>, womit nach <math>\text{(*)}~ a\circ a^{-1} \in U</math> gilt. Wegen <math>a \circ a^{-1} =e</math> ist das Einselement <math>e</math> ein Element der Teilmenge <math>U</math>.
=====Zeigen, dass mit <math>b</math> auch <math>b^{-1}</math> zu <math>U</math> gehört=====
Wegen <math>e \in U</math> (gerade gezeigt) und <math>b \in U</math> (Voraussetzung) gilt nach <math>\text{(*)}</math> <math>e \circ b^{-1} = b^{-1} \in U</math>. <br />
<math>\text{(II)}</math> ist damit bewiesen.
=====Zeigen, dass die Verknüpfung <math>\circ</math> abgeschlossen auf <math>U</math> ist=====
Wir haben gerade gezeigt, dass mit <math>b \in U</math> auch <math>b^{-1} \in U</math> gilt.<br />
Mit <math>a \in U</math> und <math>b^{-1} \in U</math> gilt nach <math>\text{(*)}</math> <math>a \circ \left ( b^{-1} \right ) ^{-1} \in U</math>.<br />
Nach einem Hilfssatz aus der Vorlesung gilt: <math>\left ( b^{-1} \right ) ^{-1} = b</math> und damit <math>a \circ b \in U</math>, womit <math>\text{(I)}</math> bewiesen wurde.
<!--- Was hier drunter steht muss stehen bleiben --->
<!--- Was hier drunter steht muss stehen bleiben --->
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[[Kategorie:Algebra]]
[[Kategorie:Algebra]]

Aktuelle Version vom 14. Juli 2018, 12:30 Uhr

Beispiele, Gegenbeispiele

Beispiel 1

Wir gehen von der additiven Gruppe der Restklassen modulo 6 aus [6,].
Die Gruppe besteht aus den folgenden Restklassen: 6={0,1,2,3,4,5}
Die Gruppentafel sieht wie folgt aus:

0 1 2 3 4 5
0 0 1 2 3 4 5
1 1 2 3 4 5 0
2 2 3 4 5 0 1
3 3 4 5 0 1 2
4 4 5 0 1 2 3
5 5 0 1 2 3 4

Wir wählen aus 6 die folgende Teilmenge 26aus:

26:={0,2,4}

[26,] ist eine Gruppe und damit eine Untergruppe von [6,]

0 2 4
0 0 2 4
2 2 4 0
4 4 0 2

Beispiel 2

Die Gruppe der Bewegungen

Die Gruppenmitglieder

Unter einer Bewegung β versteht man eine abstandserhaltende Abbildung der Ebene auf sich:
Es sei ε unsere Ebene.

β ist Relation
PεPε:P=β(P)
β ist eindeutig und damit Abbildung
Pε:P=β(P)P*=β(P)P=P*
β ist abstandserhaltend
P,Qε:|PQ|=|β(P)β(Q)|

Die Menge aller Bewegungen wollen wir mit B bezeichnen.

Die Verknüpfung

wir wählen als Verknüpfung auf B die NAF von Abbildungen und kennzeichnen diese mit .

[B,] ist Gruppe

Abgeschlossenheit

Es seien α und β zwei Bewegungen.
Wir haben zu zeigen, dass αβ eine Bewegung ist.
Da die NAF zweier Abbildungen der Ebene auf sich ist tivialerweise wieder eine Abbildung der Ebene auf sich. Wir müssen nur zeigen dass αβ abstandserhaltend ist:
(1)|PQ|=|α(P)α(Q)|α ist Bewegung und damit abstandserhaltend(2)|α(P)α(Q)|=|β(α(P))β(α(Q))|β ist Bewegung und damit abstandserhaltend(3)|PQ|=|β(α(P))β(α(Q))|(1),(2)

Assoziativität

Die NAF von Abbildungen ist immer assoziativ.

Einselement

Wir betrachten die Abbildung id, die jeden Punkt die Abbildung der ebene auf sich selbst abbildet:
Pε:id(P)=P
Damit ist id eine Abbildung der Ebene auf sich. Wegen id(A)=Aid(B)=B,A,Bε gilt natürlich auch |AB|=|id(A)id(B)|.
id erfüllt die Eigenschaften eines Einselementes:
Pε:βid(P)=id(β(P))=β(P) und somit idβ=β.

inverse Elemente

Es genügt zu zeigen, dass jede Bewegung β eineindeutig ist, d.h. dass jeder Punkt ε bei β ein und nur ein Urbild Qε hat.

Injektivität von β

Sei P das Bild von P bei der Bewegung β. Wir haben zu zeigen, dass es keinen Punkt Qε,Q≢P gibt, der durch β auch auf P abgebildet wird. Wir nahemen, an, dass es einen solchen Punkt Q gibt. Dann gilt:
0=|PP|=|PQ| und damit PQ, was ein Widerspruch zur Annahme P≢Q ist.

Surjektivität von β

Wir haben zu zeigen, dass jeder Punkt Qε bei der Bewegung β ein Urbild hat.
Annahme: Q hat kein Urbild bei β. Da jeder Punkt der Ebene ε durch β auf genau einen Punkt der Ebene ε abgebildet wird und der Punkt Q kein Urbild hat, müssen wenigstens zwei verschiedene Punkte A und B aus ε durch β auf ein und denselben Punkt C abgebildet werden:

  1. AβC
  2. BβC

Wegen |CC|=0=|β(A)β(B)| müssen A und B ein und derselbe Punkt, also identisch sein. Das ist ein Widerspruch zu A≢B. Unsere Annahme Q hat kein Urbild ist also zu verwerfen.

Die Untergruppe der Drehungen um ein und denselben Punkt

Drehungen

Eine Bewegung die entweder die Identität ist oder genau einen Fixpunkt Z besitzt, heißt Drehung. Falls die Bewegung genau den Fixpunkt Z hat, sprechen wir von einer Drehung um Z.

Die Gruppe der Drehungen um ein und denselben Fixpunkt

Es sei Z ein beliebiger aber fester Punkt der Ebene. Wir betrachten 𝔻Z die Menge aller Drehungen um Z. Als Verknüpfung auf 𝔻Z wählen wir die , die NAF von Abbildungen. [𝔻Z,] ist eine Gruppe:

Abgeschlossenheit

Es seien D1 und D2 zwei Drehungen um Z. Wir haben bererits geszeigt, dass die NAF zweier Bewegungen eine Bewegung ist. Da D1 und D2 zwei Bewegungen sind, ist D3:=D1D2 ebenfalls eine Bewegung. Weil Z ein Fixpunkt sowohl von D1 als auch von D2 ist, muss Z auch ein Fixpunkt von D3 sein. Es können jetzt genau zwei Fälle auftreten:

Fall 1

Z ist der einzige Fixpunkt von D3. In diesem Fall ist D3 eine Drehung mit dem Fixpunkt Z.

Fall 2

D3 hat neben Z einen weiteren Fixpunkt F.
Das bedeutet:
(I)ZD3Z(II)FD3F
Wegen der Abstandserhaltung von D3 ist jeder Punkt G der Geraden ZF ist ein Fixpunkt bei D3. (Der Leser überzeuge sich davon.) Die Gerade ZF ist damit eine Fixpunktgerade bei D3.
Sei P∉ZF. Für das Bild P mit PD3P
gibt es jetzt genau zwei Möglichkeiten:

a)PZF,P+b)PZF,P
Im Fall a) ist wegen der Abstandserhaltung von D3PP, woras folgt, dass jeder Punkt der Ebene bei D3 ein Fixpunkt ist. D3 wäre damit die Identität und somit eine Drehung.
Fall b) kann nicht eintreten. (Der Leser überzeuge sich davon.)

Assoziativität

Die NAF von Abbildungen (Funktionen) ist generell assoziativ.

Einselement

Die Identität leistet das Verlangte.

Inverse Elemente

Wir wissen bereist, dass jede Bewegung genau ein inverses Element besitzt. Es bleibt zu zeigen, dass die inverse Bewegung DZ1 zu einer Bewegung DZ mit genau dem Fixpunkt Z eine Bewegung mit genau dem Fixpunkt Z ist. Zunächst ist Z ein Fixpunkt von DZ1: DZ1 bildet jeden Punkt der Ebene auf sein Urbild bei DZ ab. Weil Z das Bild von Z bei DZ ist, ist Z also auch ein Fixpunkt bei DZ1 . Sollte DZ1 enen weiteren von Z verschiedenen Fixpunkt F haben, wäre jener Punkt F nach analogen Überlegungen auch ein Fixpunkt bei DZ. DZ hat jedoch nur den einen Fixpunkt Z.

Fazit

Die Drehungen um ein und denselben Punkt Z bilden bzgl. der NAF von Abbildungen eine Gruppe und sind damit eine Untergruppe der Gruppe aller Bewegungen.

Weitere Beispiele und Gegenbeispiele bzgl. der Gruppe der Bewegungen

Spiegelungen

Eine Geradenspiegelung ist eine Bewegung mit genau einer Fixpunktgeraden.

gleichsinnige Bewegungen

Alle Bewegungen, die sich als NAF zweier Geradenspiegelungen schreiben lassen bilden bzgl. der NAF eine Untergruppe aller Bewegungen.

Gegenbeispiel

Die Menge aller Spiegelungen bildet bzgl. der NAF keine Untergruppe der Gruppe der Bewegungen.

Gegenbeispiel 1

Wir betrachten [7,] und [7,]. Da wir bei multiplikativen Restgruppen das neutrale Element bezüglich der Restklassenaddition nicht berücksichtigen ist die Menge der multiplikativen Restklassengruppe modulo 7 eine echte Teilmenge der additiven Restklassengruppe modulo 7. In beiden Fällen handelt es sich um Gruppen, [7,] ist jedoch keine Untergruppe von [7,].

Gegenbeispiel 2

[4,] ist bekannterweise eine Gruppe. [T,] mit T:={1,2,0} ist keine Untergruppe von [4,], weil [T,] keine Gruppe ist.

Definition des Begriffs Untergruppe

Definition: (Untergruppe)

Es sei [G,] eine Gruppe und U eine Teilmenge von G. [U,] ist Untergruppe von [G,], wenn [U,] selbst Gruppe ist.

Satz: (triviale Untergruppen)

Jede Gruppe hat wenigstens zwei Untergruppen: Sich selbst und die Untergruppe die nur aus dem Einselement der Gruppe besteht.

Untergruppenkriterium 1

Satz: (Untergruppenkriterium 1)

Es sei [G,] eine Gruppe und UG. [U,] ist genau dann Untergruppe von [G,], wenn:
(I)a,bU:abU(II)aU:a1U

Untergruppenkriterium 2

Satz (Untergruppenkriterium 2)

Es sei [G,] eine Gruppe und UG. [U,] ist genau dann Untergruppe von [G,], wenn:
a,bU:ab1U

Beweis von UGK 2

Wenn UGK1 bewiesen wurde (was keine Schwierigkeit darstellt) reicht es zu zeigen, dass UGK1UGK2 gilt.

trivial

Es sei [G,] eine Gruppe mit Einselement e. UG.

Voraussetzung

(*)a,bU:ab1U.

Behauptungen

(I)a,bU:abU(II)bU:b1U

Beweis

Zeigen, dass eU

(*) sagt aus, dass mit a und b aus der Teilmenge U auch das Produkt ab1 ein Element von U ist.
Setzen b=a, womit nach (*)aa1U gilt. Wegen aa1=e ist das Einselement e ein Element der Teilmenge U.

Zeigen, dass mit b auch b1 zu U gehört

Wegen eU (gerade gezeigt) und bU (Voraussetzung) gilt nach (*) eb1=b1U.
(II) ist damit bewiesen.

Zeigen, dass die Verknüpfung abgeschlossen auf U ist

Wir haben gerade gezeigt, dass mit bU auch b1U gilt.
Mit aU und b1U gilt nach (*) a(b1)1U.
Nach einem Hilfssatz aus der Vorlesung gilt: (b1)1=b und damit abU, womit (I) bewiesen wurde.