Halbebenen oder das Axiom von Pasch: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Geometrie-Wiki
*m.g.* (Diskussion | Beiträge)
*m.g.* (Diskussion | Beiträge)
Zeile 97: Zeile 97:
::Es sei <math>\ g</math> eine Gerade der Ebene <math>\ \Epsilon</math>. <math>\ gQ^+</math> und <math>\ gQ^-</math> seien die beiden offenen Halbebenen von <math>\ \Epsilon</math> bezüglich  <math>\ g</math>. Unter den (geschlossenen) Halbebenen von  <math>\ \Epsilon</math> bezüglich <math>\ g</math> versteht die beiden Punktmengen, die durch die Vereinigung jeder dieser beiden offenen Halbebene von <math>\ \Epsilon</math> bezüglich der Geraden <math>\ g</math> mit jeweils dieser Geraden <math>\ g</math> entstehen.
::Es sei <math>\ g</math> eine Gerade der Ebene <math>\ \Epsilon</math>. <math>\ gQ^+</math> und <math>\ gQ^-</math> seien die beiden offenen Halbebenen von <math>\ \Epsilon</math> bezüglich  <math>\ g</math>. Unter den (geschlossenen) Halbebenen von  <math>\ \Epsilon</math> bezüglich <math>\ g</math> versteht die beiden Punktmengen, die durch die Vereinigung jeder dieser beiden offenen Halbebene von <math>\ \Epsilon</math> bezüglich der Geraden <math>\ g</math> mit jeweils dieser Geraden <math>\ g</math> entstehen.


Bemerkung: Für die fomale Beschreibung von offenen und geschlossenen Halbebenen wird jeweils dieselbe Bezsichnung verwendet: offene Halbebene: <math>\ g Q^+</math>, (geschlossene) Halbebene: <math>\ g Q^+</math>. Derr weitere Gebrauch der Sprache kennzeichnet, ob es sich um eine offene oder um die geschlossene Halbene handeln soll. Aus Gründen der Vereinfachung sei vereinbart, dass <math>\ g Q^+</math> bzw. <math>\ g Q^-</math> immer die geschlossene Halbebene meint. Soll die offene Halbebene gemeint sein, so ist dieses durch den Zusatz "offen" zu kennzeichnen.
Bemerkung: Für die formale Beschreibung von offenen und geschlossenen Halbebenen wird jeweils dieselbe Bezsichnung verwendet: offene Halbebene: <math>\ g Q^+</math>, (geschlossene) Halbebene: <math>\ g Q^+</math>. Derr weitere Gebrauch der Sprache kennzeichnet, ob es sich um eine offene oder um die geschlossene Halbene handeln soll. Aus Gründen der Vereinfachung sei vereinbart, dass <math>\ g Q^+</math> bzw. <math>\ g Q^-</math> immer die geschlossene Halbebene meint. Soll die offene Halbebene gemeint sein, so ist dieses durch den Zusatz "offen" zu kennzeichnen.
 
--[[Benutzer:*m.g.*|*m.g.*]] 21:50, 23. Jun. 2010 (UTC)


== Die Repräsentantenunabhängigkeit des Referenzpunktes zweier Halbebenen ==
== Die Repräsentantenunabhängigkeit des Referenzpunktes zweier Halbebenen ==

Version vom 23. Juni 2010, 21:50 Uhr

Halbebenen und das Axiom von Pasch

Halbebenen

Analogiebetrachtungen

Halbgeraden
Halbebenen
GeoGebra
GeoGebra
Objekt  G, das in Klassen eingeteilt wird
 G ist eine Gerade  G ist eine Ebene
Dimension von  G
eindimensional zweidimensional
Objekt  T, das  G in Klassen einteilt
Anfangspunkt  A Trägergerade  g
Dimension von  T
eindimensional zweidimensional
Referenzpunkt  Q teilt  G{Q} in genau zwei Klassen
Klasse 1:
Menge aller Punkte  PG , die mit  Q bezüglich  T „auf derselben Seite liegen“
 AQ+={P|A∉PQ}  gQ+={P|gPQ={}}
Klasse 2:
Menge aller Punkte PG, die bezüglich  T nicht auf der Seite von  Qliegen.
 AQ+={P|APQ}  gQ={P|¬S:gPQ={S}}

--*m.g.* 20:00, 23. Jun. 2010 (UTC)


Definition des Begriffs der Halbebene

Alles hat zwei Seiten oder grundlegende Ideen der Beschaffenheit von Ebenen

Zu unsere Vorstellung von der Eigenschaften einer beliebigen Ebene E gehört u.a., dass jede Gerade  g, die zu unserer jeweiligen Ebene E gehört, diese in zwei Hälften bzw. zwei Seiten einteilt. Zur Kennzeichnung der beiden Seiten von E bezüglich der Geraden  g verwenden wir einen Punkt  QE, welcher nicht zu  g gehören sollte. Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Zu der einen Hälfte von  E bezüglich  g gehören alle die Punkte aus Eg, die mit  Q auf derselben Seite von  g liegen. Alle anderen Punkte aus Eg gehören zur anderen Seite von  E bezüglich  g. Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt

Offene Halbebenen

Die beiden Seiten, in die die Menge der Punkte einer Ebene  E, die nicht auf einer Geraden  g dieser Ebene liegen, durch diese Gerade  g eingeteilt wird, heißen offene Halbebenen von  E bezüglich der Trägergeraden  g. Der nicht zu  g gehörende Referenzpunkt  QE bietet uns eine Möglichkeit zur Bezeichnung der beiden offenen Halbebenen. Die offene Halbebene, zu der alle Punkte gehören, die bezüglich  g mit  Q auf derselben Seite liegen, wird mit  gQ+ bezeichnet, die andere offene Halbebene von  E bezüglich  g und  Q mit  gQ.

Obige Ausführungen können als informelle Definition des Begriffs offene Halbebene dienen. Hinsichtlich wirklicher mathematischer Exaktheit der Festlegung, was denn eine offene Halbene sein möge, bedarf es einer genauereren Erklärung, was denn darunter zu verstehen wäre, dass zwei Punkte  P und  Q einer Ebene  E auf ein und derselben bzw. auf zwei verschiedenen Seiten dieser Ebene bezüglich einer Geraden  g liegen.

Definition IV.1: (offene Halbebene)
Es sei  E eine Ebene in der die Gerade  g liegen möge. Ferner sei  Q ein Punkt der Ebene  E, der nicht zur Geraden  g gehört.
Unter den offenen Halbebenen  gQ+ und  gQ bezüglich der Trägergeraden  g versteht man die folgenden Teilmengen der Ebene  E ohne die Gerade  g :
 gQ+:={P|¬S{S}=gPQ}
 gQ:={P|S{S}=gPQ}

--*m.g.* 21:27, 23. Jun. 2010 (UTC)

Halbebenen

Vereinigt man die Menge der Punkte einer offenen Halbeben mit der Menge der Punkte der Trägergerade so erhält man eine Halbebene.

Definition IV.2: (Halbebene)
Es sei  g eine Gerade der Ebene  E.  gQ+ und  gQ seien die beiden offenen Halbebenen von  E bezüglich  g. Unter den (geschlossenen) Halbebenen von  E bezüglich  g versteht die beiden Punktmengen, die durch die Vereinigung jeder dieser beiden offenen Halbebene von  E bezüglich der Geraden  g mit jeweils dieser Geraden  g entstehen.

Bemerkung: Für die formale Beschreibung von offenen und geschlossenen Halbebenen wird jeweils dieselbe Bezsichnung verwendet: offene Halbebene:  gQ+, (geschlossene) Halbebene:  gQ+. Derr weitere Gebrauch der Sprache kennzeichnet, ob es sich um eine offene oder um die geschlossene Halbene handeln soll. Aus Gründen der Vereinfachung sei vereinbart, dass  gQ+ bzw.  gQ immer die geschlossene Halbebene meint. Soll die offene Halbebene gemeint sein, so ist dieses durch den Zusatz "offen" zu kennzeichnen.

--*m.g.* 21:50, 23. Jun. 2010 (UTC)

Die Repräsentantenunabhängigkeit des Referenzpunktes zweier Halbebenen

Repräsentantenunabhängigkeit?

Satz IV.1
Wenn  Q2 ein Punkt der Halbebene  gQ1+ ist, dann gilt  gQ1+ gQ2+ und  gQ1 gQ2.
Beweis des Satzes IV.1
Neuer Versuch (siehe Diskussionsseite)

Voraussetzung: Q2gQ1+
Behauptung: gQ1+gQ2+ und gQ1gQ2
Fallunterscheidung:
Fall I  Q1,Q2 und  P sind nicht kollinear.
Fall II  Q1,Q2 und  P sind kollinear.

Fall I  Q1,Q2 und  P sind nicht kollinear.
Schritt Aussage Begründung
(1) gQ1+={P|¬S{S}=gPQ1}{g}
Die Strecke PQ1 schneidet nicht die Trägergerade g.
Definition von Halbebene
(2) Q2gQ1+
Q2 liegt in der Halbebene gQ1+
Voraussetzung
(3) P,Q1,Q2gQ1+ Schritt (1) und (2)
(4) Da PQ1 (Def. der Halbebene gQ1+) und Q1Q2 (nach Voraussetzung) keinen Schnittpunkt mit g haben, kann auch PQ2 als dritte Seite des Dreiecks PQ1Q2keinen Schnittpunkt mit g haben (da sonst Widerspruch mit Axiom von Pasch).


Die Strecke PQ2 schneidet nicht die Trägergerade g.

Schritt (3) und Satz von Pasch
(5) gQ2+={P|¬S{S}=gPQ2}{g} Schritt (4)
(6) Es gilt: gQ2+={P|¬S{S}=gPQ2}{g} und


gQ1+={P|¬S{S}=gPQ2}{g}|| Voraussetzung und Schritt (5)

(7) gQ1+gQ2+ Der Definitionsbereich der beiden Halbebene ist identisch - Schritt (6)
(8) gQ1gQ2 Die Mengen gQ1+ und gQ1sind disjunkt, gleiches gilt für die Mengen gQ2+ und gQ2Schritt (7) - Durch Umformung:


EbeneE=gQ1+gQ1g
EbeneE=gQ2+gQ1g
Da EbeneE=gQ2+gQ2g gilt somit auch gQ1gQ2


Fall II  Q1,Q2 und  P sind kollinear, liegen auf der Geraden  h.
Schritt Aussage Begründung
(1) gQ1+={P|¬S{S}=gPQ1}{g}
Die Strecke PQ1 schneidet nicht die Trägergerade g.
Definition von Halbebene
(2) Q2gQ1+
Q2 liegt in der Halbebene gQ1+, dadurch gilt: die Strecke Q1Q2 schneidet nicht die Trägergerade g.
Voraussetzung und Definition von Halbebene
(3) Wenn koll(Q1,Q2,P) und  Q1,Q2,P paarweise verschieden sind, dann gilt


Zw(Q1,Q2,P) oder
Zw(Q1,P,Q2) oder
Zw(Q2,Q1,P).|| Aus Voraussetzung kollinear und Satz II.3

(4) Wenn Zw(Q1,Q2,P), dann ist PQ2PQ1 und dadurch gilt PQ2gQ1+ Zwischenrelation, Voraussetzung
(5) Wenn Zw(Q1,P,Q2), dann ist PQ2Q1Q2 und dadurch gilt PQ2gQ1+ Zwischenrelation, Voraussetzung
(6) Wenn Zw(Q2,Q1,P), dann gehören alle Punkte der Strecke PQ2 entweder zur Strecke Q1Q2 oder zur Strecke PQ1, für die gilt Q1Q2gQ1+ oder PQ1gQ1+


Dadurch gilt PQ2gQ1+

Zwischenrelation, Aussagenlogik
(7) Trivial, bzw. analog zu Fall I

Stimmt das so? Nochmal geändert... --Heinzvaneugen 15:10, 23. Jun. 2010 (UTC)

Analog dazu: Übungsaufgabe 8.1. Dort wird allerdings etwas anders vorgegangen, nämlich dass RgQ+. Die Analogie der Lösungen ergibt sich daraus, dass die Mengen disjunkt sind.

Das Axiom von Pasch

Was Axiomatik ist und wie man Axiome zu formulieren hat, das ist erst gegen Ende des 19. Jh. von Pasch gezeigt worden; von ihm lernten es die italienischen Geometer und lernte es Hilbert.
Hans Freudenthal, Mathematik als pädagogische Aufgabe, Stuttgart 1973, S. 14)
GeoGebra
Axiom III.2: Das Axiom von Pasch
Gegeben sei ein Dreieck ABC. Ferner sei  g eine Gerade, die durch keinen der drei Eckpunkte  A,B,C geht. Wenn  g eine der drei Seiten des Dreiecks ABC schneidet, dann schneidet  g genau eine weitere Seite des Dreiecks ABC.

Konvexe Punktmengen

Definition IV.3: (konvexe Punktmenge)
Eine Menge  M von Punkten heißt konvex, wenn mit je zwei Punkten  A und  B dieser Menge die gesamte Strecke AB zu  M gehört.
Satz IV.2
Halbebenen sind konvexe Punktmengen
Beweis von Satz IV.2

trivial (Der Leser überzeuge sich davon)

Satz IV.3
Der Durchschnitt zweier konvexer Punktmengen ist konvex.
Beweis von Satz IV.3

Es seien  M1 und  M2 zwei konvexe Mengen.

zu zeigen: Der Durchschnitt der beiden Mengen  M1 und  M2 ist auch konvex.

...