Basiswinkelsatz und Mittelsenkrechtenkriterium (SoSe 12)

Aus Geometrie-Wiki


Der Basiswinkelsatz

Gleichschenklige Dreiecke

Definition VII.4 : (gleichschenkliges Dreieck)

Das können sie selbst. Bringen Sie in der Definition die Begriffe Basis, Basiswinkel und Schenkel eines gleichschenkligen Dreiecks unter.

Übungsaufgabe

Der Basiswinkelsatz

Satz VII.5: Basiswinkelsatz
In jedem gleichschenkligen Dreieck sind die Basiswinkel kongruent zueinander.

Schulvariante des Beweises des Basiswinkelsatzes

Ein im Rahmen unserer Theorie korrekter Beweis des Basiswinkelsatzes

Probieren Sie ruhig weitere Varianten: Mittelsenkrechte ... . Letztlich hilft nur die Winkelhalbierende. Damit wir uns auf die wesentliche Beweisidee des Basiwinkelsatzes konzentrieren können, schicken wir ein Lemma voraus.

Lemma 1
Die Winkelhalbierende  SW+ eines Winkels  ASB schneidet die Strecke AB in genau einem Punkt  P.


Beweis von Lemma 1

später (Wir haben wichtigeres zu tun.) googeln Sie: "Geschichten aus dem Inneren Gieding" und Sie werden fündig.

Beweis des Basiswinkelsatzes
GeoGebra

Das Mittelsenkrechtenkriterium

Satz VII.6: (Mittelsenkrechtenkriterium)
Ein Punkt  P gehört genau dann zur Mittelsenkrechten der Strecke AB, wenn AP=~BP gilt.



Bezug zur Schule:

Konstruktion der Mittelsenkrechten einer Strecke AB mittels Zirkel und Lineal:

Konstruktionsvorschrift:

gegeben: Strecke AB

gesucht:  m , die Mittelsenkrechte von AB


Schrittnr. Konstruktionsschritt
1. Zeichne einen Kreis um  A, dessen Radius  r länger als die Hälfte der Länge der Strecke AB ist.
2. Behalte  r bei und zeichne einen Kreis um  B.
3. Der Kreis um  A schneidet den Kreis um  B in den beiden Schnittpunkten  S1 und  S2.
4. Zeichne die Gerade  S1S2. Sie ist die gesuchte Mittelsenkrechte von AB.

Frage: Ist dieser Algorithmus korrekt? Anders gefragt: Ist  S1S2 wirklich die Mittelsenkrechte von AB?

Wir beweisen die Korrektheit der Konstruktion indem wir folgendes zeigen:

Satz VII.6 a: (hinreichende Bedingung dafür, dass ein Punkt zur Mittelsenkrechten von ABgehört.)
Wenn ein Punkt  P zu den Endpunkten der Strecke AB jeweils ein und denselben Abstand hat, so ist er ein Punkt der Mittelsenkrechten von AB.
Beweis von Satz VII.6 a

Übungsaufgabe (Das Video hilft)


Nach dem Beweis von Satz VII.6 a wissen wir, dass die beiden Punkte  S1 und  S2 Punkte der Mittelsenkrechten von AB sind.

Die Wahl des Radius  r der beiden Kreise in unserer Konstruktion war beliebig für  |r|>12|AB|. Wir stellen uns jetzt die frage, ob wir jeden beliebigen Punkt unserer Mittelsenkrechten als Schnittpunkt zweier entsprechender Kreise konstruieren könnten.

Die Frage anders formuliert:

Hat jeder Punkt der Mittelsenkrechten von AB zu den Punkten  A und  B jeweils ein und denselben Abstand?

Noch anders formuliert:

Hat jeder Punkt der Mittelsenkrechten einer Strecke AB notwendigerweise zu  A und zu  B ein und denselben Abstand?

Der folgende Satz VII.6 b beantwortet diese beiden Fragen postiv:

Satz VII.6 b (notwendige Bedingung dafür, dass ein Punkt zur Mittelsenkrechten von AB gehört)
Wenn ein Punkt  P zur Mittelsenkrechten der Strecke AB gehört, dann hat er zu den Punkten  A und  B ein und denselben Abstand.

Bemerkung zu der Idee der notwendigen Bedingung:

Wir wissen, eine Implikation aus a folgt b bedeutet, dass a eine hinreichende Bedingung für b ist. Warum kennzeichnet eine Implikation jetzt auf einmal eine notwendige Bedingung?
Natürlich kennzeichnet die Implikation VII. 6 b auch eine hinreichende Bedingung. Dafür dass ein Punkt  P zu zwei verschiedenen Punkten  A und  B ein und denselben Abstand hat ist es hinreichend, dass  P auf der Mittelsenkrechten von AB liegt.
Zur Implikation VII.6 b äquivalent ist deren Kontraposition:
Wenn ein Punkt  P zu den Punkten  A und  B nicht ein und denselben Abstand hat, dann ist er auch nicht ein Punkt der Mittelsenkrechten von AB.


Beweis: Übungsaufgabe