Untergruppen, Untergruppenkriterien

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Beispiele, Gegenbeispiele

Beispiel 1

Wir gehen von der additiven Gruppe der Restklassen modulo 6 aus [6,].
Die Gruppe besteht aus den folgenden Restklassen: 6={0,1,2,3,4,5}
Die Gruppentafel sieht wie folgt aus:

0 1 2 3 4 5
0 0 1 2 3 4 5
1 1 2 3 4 5 0
2 2 3 4 5 0 1
3 3 4 5 0 1 2
4 4 5 0 1 2 3
5 5 0 1 2 3 4

Wir wählen aus 6 die folgende Teilmenge 26aus:

26:={0,2,4}

[26,] ist eine Gruppe und damit eine Untergruppe von [6,]

0 2 4
0 0 2 4
2 2 4 0
4 4 0 2

Beispiel 2

Die Gruppe der Bewegungen

Die Gruppenmitglieder

Unter einer Bewegung β versteht man eine abstandserhaltende Abbildung der Ebene auf sich:
Es sei ε unsere Ebene.

β ist Relation
PεPε:P=β(P)
β ist eindeutig und damit Abbildung
Pε:P=β(P)P*=β(P)P=P*
β ist abstandserhaltend
P,Qε:|PQ|=|β(P)β(Q)|

Die Menge aller Bewegungen wollen wir mit B bezeichnen.

Die Verknüpfung

wir wählen als Verknüpfung auf B die NAF von Abbildungen und kennzeichnen diese mit .

[B,] ist Gruppe

Abgeschlossenheit

Es seien α und β zwei Bewegungen.
Wir haben zu zeigen, dass αβ eine Bewegung ist.
Da die NAF zweier Abbildungen der Ebene auf sich ist tivialerweise wieder eine Abbildung der Ebene auf sich. Wir müssen nur zeigen dass αβ abstandserhaltend ist:
(1)|PQ|=|α(P)α(Q)|α ist Bewegung und damit abstandserhaltend(2)|α(P)α(Q)|=|β(α(P))β(α(Q))|β ist Bewegung und damit abstandserhaltend(3)|PQ|=|β(α(P))β(α(Q))|(1),(2)

Assoziativität

Die NAF von Abbildungen ist immer assoziativ.

Einselement

Wir betrachten die Abbildung id, die jeden Punkt die Abbildung der ebene auf sich selbst abbildet:
Pε:id(P)=P
Damit ist id eine Abbildung der Ebene auf sich. Wegen id(A)=Aid(B)=B,A,Bε gilt natürlich auch |AB|=|id(A)id(B)|.
id erfüllt die Eigenschaften eines Einselementes:
Pε:βid(P)=id(β(P))=β(P) und somit idβ=β.

inverse Elemente

Es genügt zu zeigen, dass jede Bewegung β eineindeutig ist, d.h. dass jeder Punkt ε bei β ein und nur ein Urbild Qε hat.

Injektivität von β

Sei P das Bild von P bei der Bewegung β. Wir haben zu zeigen, dass es keinen Punkt Qε,Q≢P gibt, der durch β auch auf P abgebildet wird. Wir nahemen, an, dass es einen solchen Punkt Q gibt. Dann gilt:
0=|PP|=|PQ| und damit PQ, was ein Widerspruch zur Annahme P≢Q ist.

Surjektivität von β

Wir haben zu zeigen, dass jeder Punkt Qε bei der Bewegung β ein Urbild hat.
Annahme: Q hat kein Urbild bei β. Da jeder Punkt der Ebene ε durch β auf genau einen Punkt der Ebene ε abgebildet wird und der Punkt Q kein Urbild hat, müssen wenigstens zwei verschiedene Punkte A und B aus ε durch β auf ein und denselben Punkt C abgebildet werden:

  1. AβC
  2. BβC

Wegen |CC|=0=|β(A)β(B)| müssen A und B ein und derselbe Punkt, also identisch sein. Das ist ein Widerspruch zu A≢B. Unsere Annahme Q hat kein Urbild ist also zu verwerfen.

Die Untergruppe der Drehungen um ein und denselben Punkt

Drehungen

Eine Bewegung die entweder die Identität ist oder genau einen Fixpunkt Z besitzt, heißt Drehung. Falls die Bewegung genau den Fixpunkt Z hat, sprechen wir von einer Drehung um Z.

Die Gruppe der Drehungen um ein und denselben Fixpunkt

Es sei Z ein beliebiger aber fester Punkt der Ebene. Wir betrachten 𝔻Z die Menge aller Drehungen um Z. Als Verknüpfung auf 𝔻Z wählen wir die , die NAF von Abbildungen. [𝔻Z,] ist eine Gruppe:

Abgeschlossenheit

Es seien D1 und D2 zwei Drehungen um Z. Wir haben bererits geszeigt, dass die NAF zweier Bewegungen eine Bewegung ist. Da D1 und D2 zwei Bewegungen sind, ist D3:=D1D2 ebenfalls eine Bewegung. Weil Z ein Fixpunkt sowohl von D1 als auch von D2 ist, muss Z auch ein Fixpunkt von D3 sein. Es können jetzt genau zwei Fälle auftreten:

Fall 1

Z ist der einzige Fixpunkt von D3. In diesem Fall ist D3 eine Drehung mit dem Fixpunkt Z.

Fall 2

D3 hat neben Z einen weiteren Fixpunkt F.
Das bedeutet:
(I)ZD3Z(II)FD3F
Wegen der Abstandserhaltung von D3 ist jeder Punkt G der Geraden ZF ist ein Fixpunkt bei D3. (Der Leser überzeuge sich davon.) Die Gerade ZF ist damit eine Fixpunktgerade bei D3.
Sei P∉ZF. Für das Bild P