Lösung von Aufgabe 1.4 (WS 16 17)

Aus Geometrie-Wiki

Prüfen Sie, welche der folgenden Mengen identisch sind und welche Teilmengenbeziehungen bestehen.

S1: Menge aller Vierecke mit vier kongruenten Winkeln

S2: Menge aller Vierecke mit gleich langen, einander halbierenden Diagonalen

S3: Menge aller Vierecke mit zwei Paaren paralleler Gegenseiten und einem rechten Winkel

<popup name="Lösung von AlanTu"> S1=S2=S3=Menge aller Rechtecke

Zu S1: Laut des Innenwinkelsatzes für Vierecke beträgt die Summe der Innenwinkel 360, somit hat ein Dreieck mit vier gleich großen Winkeln („kongruent“ kenne ich nur für geometrische Figuren, bei Winkeln hört sich das für mich komisch an) vier Winkel mit je 3604=90, ist also ein Rechteck. Zu S2: Vierecke mit gleich langen sich halbierenden Diagonalen werden von den Diagonalen in vier Dreiecke mit den folgenden Eigenschaften aufgeteilt:

  • Alle vier Dreiecke sind gleichschenklig, da die Diagonalen und somit auch die Diagonalhälften gleich lang sind.
  • Fasst man zwei nebeneinander liegende Dreiecke zu einem großen Dreieck zusammen, ergibt sich die Innenwinkelsumme aus den beiden gleich großen Basiswinkeln α des einen Dreiecks plus den beiden gleich großen Basiswinkeln des anderen Dreiecks β als 2α+2β=180α+β=90. Da ein Winkel des großen Dreiecks sich aus α und β zusammensetzt, ist das große Dreieck also ein rechtwinkliges Dreieck. Da das für alle Paarungen von nebeneinanderliegenden Dreiecken gilt, sind die vier Innenwinkel des gesamten Vierecks rechtwinklig
  • Das Viereck ist also ein Rechteck

Zu S3: Da das Viereck zwei Paare paralleler Gegenseiten besitzt, ist es also ein Parallelogramm. Im Parallelogramm ergänzen sich benachbarte Winkel immer auf 180, also müssen die benachbarten Winkel eines rechten Winkels ebenfalls rechte Winkel sein. Und der vierte Winkel ist dann wieder ein Nachbarwinkel, beträgt also ebenfalls 90.

(Diese drei Absätze zeigen nur, dass gilt: Si{x|x ist ein Rechteck} für i{1,2,3}. Die Umkehrung gilt zwar ebenso, auf den Beweis der Umkehrung verzichte ich an dieser Stelle aber.) </popup>--AlanTu (Diskussion) 19:47, 24. Okt. 2016 (CEST)

Hallo AlanTu, 
deine Lösung ist richtig. Hier eine kleine Anmerkung noch: Kongruenz meint in diesem Sinne deckungsgleich.
Kannst du durch eine (Verkettung von) Deckabbildungen / Kongruenzabbildungen, wie Drehung, Spiegelung oder Parallelverschiebung die Winkel deckungsgleich bekommen? Stichwort: Kongruenz des Winkelmaß und der Seitenlängen.
Gruß Alex--Tutor: Alex (Diskussion) 19:48, 27. Okt. 2016 (CEST)